Alfred Kornberger Foundation eröffnet in Wiener Bäckerstrasse Nr. 9 Museale Schauräume zum Schwerpunkt Expressionismus und Akt aus Österreich. Eröffnungsausstellung mit Alfred Kornberger und retrospektiver Werkschau von Aktmotiven aus dem Bestand von Foundation und Familie Kornberger. 

Die Alfred Kornberger Foundation eröffnet in der Wiener Bäckerstrasse museale Schauräume mit dem Schwerpunkt auf Expressionismus und Akt in der zeitgenössischen und modernen Kunst. Im Zentrum stehen KünstlerInnen und Werke aus Österreich, in regelmäßigen Abständen werden auch internationale Positionen gezeigt.

Alfred Kornberger (Wien 1933 bis 2002 Wien) war Meisterschüler an der Akademie der bildenden Künste in Wien und gilt als einer der bedeutendsten Expressionisten in der österreichischen Kunst nach 1945. Ob seiner obsessiven Auseinandersetzung mit dem weiblichen Akt und seiner zeichnerischen Qualität wird Kornberger von Kunsthistorikern und Kuratoren immer wieder auf eine Ebene mit Egon Schiele gesetzt. 

Alfred Kornberger verstarb 2002 und 2016 folgte ihm seine Frau Nevenka. Der Nachlass regelte die Gründung der Alfred Kornberger Foundation und damit die weitere Aufarbeitung des in Summe rund 4.000 Werke umfassenden Œvres. Die neuen musealen Schauräume zeigen in regelmäßigen Abständen Auszüge aus Kornbergers-Werk und dazu passende Positionen anderer KünstlerInnen im Bereich Expressionismus und Akt. 

Alfred Kornberger Foundation mit Museum, Art-Shop & Galerie ; Di bis Fr: 11 bis 18 Uhr und Sa von 10 bis 13 Uhr. Bäckerstrasse 9 und Sonnefelsgasse 15 in 1010 Wien; www.alfredkornberger.com

Vernissage und Live-Performance mit einer Materialaktion von Sugar Plum und NOYA zum Thema Frau und Sexualität.

Nach Materialaktion (siehe Video-Doku) bei Vernissage zur aktuellen Personale der Muehl-Kommunardin Sugar Plum in der Galerie Czaak stehen bei Finissage am Di, den 24.10.17 aktionistische Ausdrucksformen in Text, Foto und Film im Mittelpunkt. 

Nach der eindrucksvollen Live-Performance mit einer Materialaktion von Sugar Plum und NOYA zum Thema Frau und Sexualität im Rahmen der Eröffnung, geht es bei der Finissage am 24. Oktober wieder um Aktionismus, diesmal in den Ausdrucksformen Text, Foto und Film. Im Zentrum steht das „Mädchen“, so nennt Sugar Plum ihre Puppe auf der sie das Resümee ihrer Erlebnisse der letzten 30 Jahren geschrieben und gezeichnet hat. 

Die Künstlerin stellt dem Publikum ihre Puppe vor, auf deren Plastikhaut ihre Psycho-Hygiene und ihr privater Voodoo eingeritzt ist. Während des Gestaltungsprozesses ist der Film „Mädchen lügen nicht“, gleichzeitig Titel der gesamten retrospektiven Werkschau mit Objektkunst sowie Grafik- und Malarbeiten, entstanden. 

Die Frau als Objekt und Künstlerin in der Aktionismus-Schule Otto Muehls

Zusätzlicher Bestandteil der Finissage ist der Film einer Puppenaktion in Kombination mit einer Leinwand mit ausgewählten Zeitungsartikeln aus den Jahren 1976 bis 2014 und damit werden wiederum Bilder aus der Serie „Tagebuchübermalung“ kombiniert. Die originalen Malarbeiten aus der Tagebuchserie werden dabei ebenso gezeigt. Als eigenständige autobiografische Kunstwerke mit vielfältigen Illustrationen, Malereien und Textelementen stellen sie einen Schwerpunkt der Ausstellung dar.

„Die Materialaktion bei der Vernissage war überaus beeindruckend, sowohl die Transformation der Künstlerin zum Objekt wie auch die des Modells war mit allen Sinnen greif- und spürbar. Sugar Plum verarbeitet ihre intensiven Lebenserlebnisse als Muehl-Kommunardin in ihren nicht minder intensiven aktionistischen Kunstformen,“ so Galerist Christian Czaak, der die Personale gemeinsam mit der Künstlerin zusammengestellt und kuratiert hat.  

„Mädchen lügen nicht“ – Finissage am Di, den 24.10.17 anlässlich der retrospektiven Personale der Muehl-Kommunardin Sugar Plum mit Aktionismus in Malerei, Grafik und Objektkunst vom 26. September bis 28. Oktober 2017 in der Galerie Czaak in 1010 Wien, Sonnenfelsgasse; www.galeriec.at .

Galerie Czaak zeigt Personale der ehemaligen Muehl-Kommunardin Sugar Plum von 26.9. bis 28.10.17.

„Mädchen lügen nicht“: Aktionismus in Malerei und Objektkunst

Galerie Czaak zeigt Personale der ehemaligen Muehl-Kommunardin Sugar Plum von 26.9. bis 28.10.17.

Die Frau als Objekt und Künstlerin in der Schule Otto Muehls mit der künstlerischen Verarbeitung grenzwertiger Lebenserlebnisse ist das Thema der ersten großen Einzelausstellung der Muehl-Kommunardin Sugar Plum in der Wiener Galerie Czaak.

Sugar Plum ist der Künstlername von Margit Pflaum (geb. 1959 in Deutschland), sie ist Aktionskünstlerin und Malerin. Sugar Plum war von 1981 weg Mitglied in der Kommune Friedrichshof von Otto Muehl und erlernte dort professionelle künstlerische und aktionistische Ausdrucksformen im Bereich Malerei, Skulptur, Performance und Tanz. 

Das sexistische Weltbild der Frau

Zu den bekannten Arbeiten der seit 2009 in Wien lebenden und arbeitenden Künstlerin zählen die Landschaftsbilder der portugiesischen Algrave sowie die Zyklen „Frau am Klo“ und „Frau am Fenster“. „Auch als Antwort auf ein sexistisches Weltbild wird hier das auf Gesäß und Brüste reduzierte Bild der Frau etwa in Kombination mit den runden Formen der Toilette als Karikatur ironisiert und ad absurdum geführt,“ so Sugar Plum zum Zyklus. Viele Werke beinhalten aktionistisch performanceartige Elemente wie Original-Abdrücke diverser Körperteile. 

In ihren skulpturalen Objekten verarbeitet Sugar Plum auch die Themen „Vaterfiguren“ und „Abschied“, etwa in ihrer aktuellen Serie mit Koffern, wo sie verschiedene, oftmals sehr ambivalente Gegenstände als Metapher für ihre Lebensabschnitte kombiniert. Skelettierte Tierschädel sind ebenso darunter wie Spiegel, Blumen oder „liebliche“ Puppenköpfe. „Der Koffer steht für das Leben, Abschied, Loslassen, Bewegung und Veränderung, die Inhalte für die jeweilige Situation,“ erklärt die Künstlerin. Beispiele für ihre künstlerischen Videos sind etwa die Kurzfilme „Vanitas“ und „Vanity – Die Büchse der Pandora“, die gemeinsam mit neuen Kunst-Filmen ebenfalls im Rahmen der aktuellen Schau gezeigt werden.

Aktionismus und autobiographische Tagebücher als Kunstform

Bei der Vernissage (Di, 26.09.17 um 19.00 Uhr) zeigt Sugar Plum gemeinsam mit dem Modell NOYA (Künstlername) eine aktionistische Live-Performance mit dem menschlichen Körper im Mittelpunkt der Aktion. „Diese Materialaktion ist eine Collage mit Objekten und Materialien, dabei geht es um den Gestaltungsprozess und nicht um ein Produkt. Die chaotische Materiallandschaft am Ende ist nicht weniger eindrucksvoll als der unberührte Beginn der Aktion,“ ergänzt Sugar Plum. 

Ein Schwerpunkt der Ausstellung ist zudem den Tagebüchern von Sugar Plum gewidmet, als eigenständige autobiografische Kunstwerke mit vielfältigen Illustrationen und Textelementen. „Bereits seit Jahrzehnten schreibt die Künstlerin Tagebuch und verflechtet das Autobiografische mit einer künstlerischen Praxis, die sie dem Publikum auch als Art-Diary zugänglich macht“, erläutert Kuratorin Gabriele Cram in einer Werkbeschreibung. „Die entstehenden temporären Seiten oder Werke werden dabei entweder singuläre Bilder oder wiederum Ausgangspunkt als Materialien neuer Arbeiten“, so Cram.

Intensive Lebenserlebnisse in ausdrucksstarken Kunstwerken

„Sugar Plum ist eine beeindruckende Künstlerin, die ihre intensiven Lebenserlebnisse als Muehl-Kommunardin in ihren nicht minder intensiven und entsprechend ausdrucksstarken Kunstwerken verarbeitet“, betont Galerist Christian Czaak, der die Personale gemeinsam mit der Künstlerin zusammengestellt und kuratiert hat. „Besonders erwähnenswert ist auch ihre handwerkliche Qualität und Genauigkeit, ihre vielfältigen Ausdrucksformen und ihre absolut professionellen Präsentationsformen auf Basis einer großen Schauspielkunst“, ergänzt Czaak. 

„Mädchen lügen nicht“ – Retrospektive Einzelschau der Muehl-Kommunardin Sugar Plum mit Aktionismus in Malerei, Grafik und Objektkunst vom 26. September bis 28. Oktober 2017 in der Galerie Czaak in 1010 Wien, Sonnenfelsgasse 15; www.galeriec.at .

Oswald Oberhuber; ohne Titel; 1950; Öl auf Hartfaser; 100 x 90 cm

Die Galerie Czaak erweitert ihr Programm mit Stein-Skulpturen des niederösterreichischen Künstlers Wendelin Munter. 

„Als Grundlage steht das permanente Scheitern, daher steht der Schaffensprozess im Mittelpunkt meiner Arbeit“,  beschreibt Wendelin Munter die Basis für sein künstlerisches Schaffen. Der in Wiener Neustadt (NOe) ansässige Künstler arbeitet seit vielen Jahren mit verschiedensten Steinen, vom klassischen Granit über den Serpetin bis hin zu Speckstein oder Marmor. „Die Freude am Gestalten steht im Vordergrund und nicht das Endprodukt. Sollten die Ergebnisse meines Tuns gefallen, dann freut es mich aber auch“, so Munter im Rahmen der letzten Werkschau der Wiener Neustädter Künstlervereinigung.

Gegenständlich und abstrakt

Die Motive der Steinskulpturen reichen von gegenständlichen Themen wie Würfel mit integrierten Treppen über rein abstrakte Formen bis hin zu abstrahierten Frauenakten oder menschliche Transformationen aus zumeist rundlichen Objekten. Die Skulpturen sind alle von Hand gearbeitet, manche Objekte bestehen aus zwei oder mehreren Teilen. Die überwiegende Mehrzahl der Werke haben bewusst kleinere Dimensionen, damit soll die Aufstellung primär im häuslichen Bereich möglich sein, zur Förderung einer engen und unmittelbaren Beziehung mit dem Kunstwerk.

Die Galerie Czaak zeigt ab sofort zahlreiche Frauenakte, gegenständlich oder als abstrahierte Torsi sowie weitere rein abstrakte Motive aus verschiedenen Steinsorten und Schaffensperioden.

Bei der Gruppenausstellung vom 19.05. bis 01.07.2017 zeigt die Galerie Czaak neue Werke von Ankalina Dahlem, Gerhard Leixl, Tom Lohner, Macon (MAria CONsuelo Vargas de Speis) und Laura Stadtegger. Schwerpunkte der Schau sind Malereien in Acryl und Öl, ergänzend werden auch neue Zeichnungen und Aquarelle präsentiert.

Das grafische Werke: Alfred Kornberger Einzelausstellung anlässlich Gründung der Alfred Kornberger Foundation vom 23. März bis 6. Mai 2017  Im Rahmen der Gründung der Alfred Kornberger Foundation und in Ergänzung zur Auktion ausgewählter Werke aus dem Nachlass von Nena Kornberger im Palais Kinsky (1. März 2017), zeigt die Galerie Czaak ausgewählte Arbeiten aus dem grafischen Werk von Alfred Kornberger, darunter Werke aus den Zyklen  Metamorphosen & Insekten, Moulin Rouge und Zeus.

Galerie Czaak bei Art Karlsruhe vom 15. bis 19. Februar 2017 mit Sonderschau Ankalina Dahlem, Alfred Kornberger und Gerhard Leixl sowie ausgewählte Werke von Laura Stadtegger und Sugar Plum.

Alfred Kornberger ist unbestritten einer der großen Koloristen in der zeitgenössischen Kunst nach 1945. Farbe und expressive Gestik sind für den 1933 in Wien geborenen Meisterschüler von Robin Christian Andersen die wichtigsten Aussagefaktoren in einem Bild und dies betrifft die dramaturgische Komponente genauso wie ihren symbolischen Aussagewert. Wie bei kaum einem anderen seiner Zeitgenossen ist das reife Werk des Malers vom Motiv des Frauenkörpers dominiert. 

Die geradezu obsessive Beschäftigung mit dieser Thematik und seine zeichnerische Qualität erinnert an Egon Schiele mit dem ihn etwa der große Sammler Rudolf Leopold 2008 im Rahmen der ersten Einzelschau nach Kornbergers Tod verglichen hat. Ähnlich wie Schiele variiert auch Kornberger den weiblichen Akt aus dem Blickwinkel des männlichen Voyeurs. Stets spielt die Erotik des Begehrens eine zentrale Rolle. Kornberger präsentiert die Frau in kühnen, ekstatischen Verrenkungen und in sinnlicher Ausgelassenheit.

„Mir geht es um die Ergründung des weiblichen Körpers im Augenblick des Malens, um den erotischen Moment, der sich auf den Zeichenstift überträgt“, so Kornberger 1990 in seiner ersten Monografie. Die zunehmend abstrahierten Aktdarstellungen im Spätwerk lassen sich am besten mit „erotischen Landschaften“ beschreiben. In seinen Bildern teilt der Künstler mit, was ihm in diesen erotischen Phantasien vor Augen schwebt: die Reduktion der Aktmodelle auf große runde Brüste und füllige Schenkel.

Der Nachlass regelt weitere Aufarbeitung und internationale Etablierung

Alfred Kornberger verstarb 2002 und 2016 folgte ihm nun seine Frau Nevenka. Kornberger war eine eigenwillige Persönlichkeit, die sich nicht den Konventionen des Kunstbetriebes mit seinen üblichen Selbstdarstellungen unterwarf. Kornbergers Lebens- und Arbeitszentrum war sein großes Atelier wo er sich über regelmäßige Künstlerfeste und Ausstellungen erfolgreich selbst vermarktete und ein anerkanntes Mitglied der Wiener Gesellschaft war. Robin Christian Andersen, Viktor Matejka, Dieter Schrage und Heinz Fischer waren seine wichtigsten Förderer, Manfred Mauthner-Markhof und Heinz Schimanko waren seine wichtigsten Unterstützer.

Als konsequente Fortsetzung dieser individuellen Haltung regelt der Nachlass nun die Gründung der Alfred Kornberger Foundation und damit die weitere Aufarbeitung und Etablierung des in Summe rund 4.000 Werke umfassenden Œvres. Nach der 2007 erfolgten Aufarbeitung der rund 1.500 Malarbeiten mit Publikation des kompletten Werkverzeichnisses durch den Kunstwissenschafter Franz Smola, folgte 2013 anlässlich des 80. Geburtstages die erste umfassende museale Retrospektive der Ölgemälde im Wiener Künstlerhaus sowie die Publikation des elektronische Werkverzeichnisses und 2014 die erste retrospektive Monografie der wichtigsten grafischen Zyklen.

Die Aufarbeitung des grafischen Œvres sowie die weitere internationale Etablierung dieses österreichischen Ausnahmekünstlers stehen nun auch im Mittelpunkt der weiteren Aktivitäten. Gleich den Ölmalereien, folgt aktuell die Aufarbeitung der Papierarbeiten wofür Franz Smola abermals die wissenschaftliche Begleitung übernimmt. Die Startbasis für all das ist die Nachlass-Auktion am 1. März im Auktionshaus Kinsky (Vernissage: Mi, 22.02.) wo die Familie 90 ausgewählte Malereien und Papierarbeiten mit Kornbergers typischen Aktmotiven zur Verfügung gestellt hat.

Link zur Alfred Kornberger Nachlass Auktion: Im Kinsky

Link zur Alfred Kornberger Foundation

 Alfred Kornberger „Akt mit Spiegelbild und grünem Haar“; 1996; Öl auf Leinwand

Alfred Kornberger „Akt mit Spiegelbild und grünem Haar“; 1996; Öl auf Leinwand