Oswald („Ossi“) Oberhuber (geb. 1931 in Meran/Südtirol) lernte zunächst von 1945 bis 1949 Bildhauerei an der Gewerbeschule Innsbruck und wechselte anschließend an die Akademie der bildenden Künste in Wien als Schüler von Fritz Wotruba und an die Akademie in Stuttgart (D) als Schüler von Willi Baumeister.

1964 wird Oberhuber künstlerischer Berater der Wiener Galerie nächst St. Stephan, wo 1970 auch seine erste nationale Einzelausstellung erfolgt. 1972 folgt die erste internationale Einzelschau in der Kunsthalle Basel (CH), im gleichen Jahr vertritt Oberhuber Österreich bei der Biennale in Venedig. 1977 folgt die Teilnahme an der Documenta 6 und 1982 an der Documenta 7, wo ihn Documenta-Leiter und Museumsdirektor Jan Hoet auch entsprechend würdigt: "In Oberhubers Œuvre sind Open Mind, Aufgeschlossenheit, Flexibilität und schöpferische Freiheit der rote Faden“.

Im Rahmen seiner Tätigkeit für die Galerie nächst St. Stephan, holt er 1971 Josef Beuys und Andy Warhol zu Ausstellungen in die Galerie, die er dann 1973 von Otto Mauer übernimmt und bis 1978 leitet. Ebenfalls 1973 wird er als Professor an die Hochschule für angewandte Kunst in Wien berufen, der er bis zu seiner Emeritierung (1998) angehört. Von 1979 bis 1987 und von 1991 bis 1995 leitet er die Wiener Angewandte als Rektor. 

Oberhuber schafft es Beuys, Lagerfeld, Jil Sander, Sottsass, Immendorff, Spoerri oder Bazon Brock an die Uni zu holen und kommentiert dabei den Begriff der Eliteuniversität so: „Eliteuniversitäten, die heute angepeilt werden, sind ja nicht erreichbar, indem man eine Eliteuniversität macht, sondern indem man die Elite herbeiholt, und die Elite geht dorthin wo bereits Elite ist. Es waren alle gerne da, auch weil sie sich freier bewegen konnten, nicht in ein starres Schulsystem eingebunden waren, das ja eigentlich nervt, wo ja eigentlich nichts rauskommt.“ 

Künstlerisch war Oberhubers wichtigte Zielsetzung „gleich bleibende Formulierungen zu durchbrechen und permanent zu verändern“. Entgegen klassischen Traditionen, will er auch der plastischen Skulptur eine andere Dimension geben und aufzeigen, „dass jeder Papierfetzen mehr plastischen Körper hat als jede voluminöse Anhäufung“. 

Das Werk eines alten, eines jungen, eines zeitlosen Künstlers

Im Rahmen einer viel beachteten Skulpturen-Ausstellung in der Salzburger Galerie Altnöder 2014, publiziert die Kunsthistorikerin und Kuratorin Ursula Riederer einen Text, der Oberhubers künstlerisches Denken und Werk beschreibt: „Oberhuber lässt sich generell nicht feststellen. Er glaubt nicht an Stilzuordnungen, an Entwicklung und Fortschritt in der Kunst. Aus diesem Geist heraus formulierte er Mitte der Fünfzigerjahre seine Theorie der „Permanenten Veränderung in der Kunst“: Ein Abgehen von Stringenz, ein Zulassen von Vielfalt, eine postmoderne Haltung lange vor der Postmoderne; und auch über die Postmoderne hinaus gibt er die klassische Avantgardeforderung der Utopie nie auf.  Nicht in der Kunst, wo er einen absoluten Qualitätsanspruch stellt, nicht in seinen vielfältigen kunstkontextuellen Tätigkeiten“. 

Riederer weiter: „Auch das weite Feld von bildhauerischen Möglichkeiten wie "Zerwuzeln, Zerschlagen, Schneiden, Nageln, Schweißen, Sägen, Nähen, Drücken oder Schrauben" ist für Oberhuber ebenso unbegrenzt wie die Bandbreite der Materialien mit Draht, Gips, Papier, Karton, Acryl, Holz, Plastikspielzeug, Streichhölzer, Stoffe, Schnüre, Filzstifte, Klebebänder und anderem mehr“. 

Und Oberhuber selbst, angesprochen auf ein etwaiges Alterswerk: „Alterswerk gibt es nicht, jeder der meine Arbeiten sieht, egal aus welcher Periode, meint, sie müssten von irgendeinem Jungen sein“.

Parallel zur Ausstellung erscheint im Wiener Ambra Verlag der Oberhuber-Band „Hoch 3“ mit Abbildungen und Beschreibungen von über 1.000 seiner dreidimensionalen Werke aus der Zeit von 1945 bis 2012. Ursula Riederer publizierte zwei Gesprächsbücher mit Oswald Oberhuber.

Quellen: Wikipedia, Galerie Altnöder Salzburg und Ursula Riederer.